Update zur Soft Commodities Analyse vom 10.07.2017

In Ausgabe 28/2017 der HAACK-INVEST haben wir auf die sehr interessante Situation bei zahlreichen Soft Commodities und die hohe Wahrscheinlichkeit eines mittel- oder gar langfristigen Tiefs hingewiesen. Drei Wochen später wollen wir in einem kleinen Update auf die Lage bei den „Softs“ eingehen.

Blicken wir zunächst auf die von uns genannten Favoriten Kaffee und Zucker:

Der Tageschart für Kaffee im Dezember-Kontrakt zeigt mit einem dreiwöchigen Abstand die Signifikanz des Ausverkaufs vom 22.06.2017 mit anschließendem bullischen Candlesticksignal am 23.06.2017 nun noch deutlicher. Sehr schön verlief in den letzten drei Wochen der Bruch des neunmonatigen Abwärtstrends mit anschließendem erfolgreichem Re-Test der Trendlinie. Mit dem neuen dynamischen Anstieg seit Mitte letzter Woche hat Kaffee seine bullischen Tendenzen nochmals verstärkt. Angesichts der immer noch hohen Shortpositionen von Fonds sind weitere Shortsqueeze-Bewegungen zu erwarten.

Im Zucker sehen wir ebenfalls ein intaktes Aufwärtsszenario, wenngleich die Aufwärtsdynamik (noch) noch etwas schwächer ist als im Kaffeemarkt. Auch im Zucker haben wir aber mittlerweile die Bestätigung eines signifikanten Tiefs am 22. – 23.06.2017 durch Bruch des mehrmonatigen steilen Abwärtstrends erhalten. Jeder Wochenschluss oberhalb von 15 Dollar öffnet nunmehr den Weg für weitere schnelle Gewinne bis 17 Dollar und steigert die Chancen auf eine signifikante Shortsqueeze bei auch im Zucker stark bärisch positionierten Fonds.

Neben Kaffee und Zucker verteidigte auch Orangensaft seine bullische Grundkonstellation. Getreide sah nach einer Sqeezebewegung in der letzten Handelswoche deutliche Abgaben ohne hierdurch die Kaufsignale aus dem Juni zu zerstören. Favorit im Bereich der Getreide bleiben Sojabohnen und aus saisonalen Gründen Weizen.

Wir hatten im Ausgangsartikel ebenfalls auf die Implikationen eines mittel- und langfristigen Tiefs bei den Soft Commodities für die Zinsmärkte hingewiesen. Preisanstiege bei den Softs sollten den Auftrieb der Lebensmittelpreise verstärken. Die jüngsten Daten zur Inflation in Deutschland lieferten in der letzten Woche bereits deutliche Hinweise auf einen entsprechend zunehmenden Preisdruck.

Verstärkt wird ein solcher inflationärer Druck nun auch durch die Entwicklung der Industriemetalle. Ein klassischer Inflationsindikator ist Kupfer.

Der Anstieg von 2,70 auf über 2,90 Dollar für den Septemberkontrakt in der letzten Handelswoche mit einem „break away-Gap“ im Nymex Septemberkontrakt vom 24. auf den 25. Juli dürfte die große seit Dezember 2016 laufende Konsolidierung zwischen 2,50 und 2,85 Dollar beendet haben. Ohne Rückfall unter 2,80 Dollar haben wir mit den Industriemetallen einen zweiten Commodity-Bereich der nunmehr deutlich inflationsfördernd wirken sollte.

Wir erneuern damit unsere Warnung vor fallenden Bondnotierungen (sprich steigenden Zinsen) insbesondere für Europa.