Ideen für 2018 – ein konkreter Marktausblick!

Ideen für 2018 – ein konkreter Marktausblick!

Es ist in der letzten Tagen eines Jahres bei Banken und Vermögensverwaltern üblich die jeweilige Sicht auf das neue Anlagejahr kundzutun.

Auch wir wollen dies heute tun, allerdings möchten wir etwas mehr als allgemeine Tendenzen abgeben, sondern dort wo es sinnvoll möglich ist auch einige beispielhafte Transaktionsmöglichkeiten nennen, um von unserer jeweiligen Erwartung zu profitieren (so sie sich denn als korrekt herausstellen sollte)..

Folgende zehn mögliche mehr oder weniger überraschende wirtschaftliche und politische Entwicklungen für das kommende Jahr halten wir aktuell unter Chance/Risiko Aspekten für interessant.

Erste Jahreshälfte:

    1. Dollarstärke insbesondere gegenüber dem Euro
    Selbige erwarten wir insbesondere gegenüber dem Euro und dem Yen. Als Gründe sehen wir die sich weiter ausdehnenden Zinsdifferenzen insbesondere im Bereich der Kurzläufer. In 2017 hatten diese Zinsunterschiede noch keinerlei Auswirkungen auf das Kursniveau des US-Dollars, aber derartige fundamentale Kräfte lassen sich zumeist nur kurzfristig durch andere Faktoren überlagern. Hinzukommen die durch die nun abgeschlossene US-Steuerreform anstehenden „Dollarrückholaktionen“ großer US-Unternehmen.

Auch der Währungssektor ist mittlerweile von sehr geringen Volatilitäten durchzogen. Entsprechend bieten mittelfristige Optionen aktuell die besten Chancen unsere obige Marktmeinung umzusetzen.
Beispiel: Kauf eines Juni 1,18er Euro/Dollar Puts zu aktuell 1,36 – unser Kursziel liegt bei 1,10 – 1,12 für die erste Jahreshälfte

    2. Europäischen Aktienmärkte outperformen US-Aktienmarkt
    Wir rechnen bereits ab Januar mit einer Rückabwicklung der starken relativen Performance der US-Aktienmärkte der letzten Monate. Wir erwarten ein „sell the news“ nachdem die US-Steuerreform nunmehr beschlossen und im Laufe des Jahres 2017 gleich mehrfach am US-Markt eingepreist wurde, zudem sollte ein Anstieg des US-Dollars für viele US-Unternehmen einen deutlichen Gegenwind bei den Gewinne bringen. Die bereits jetzt signifikanten Bewertungsvorteile der europäischen Börsen gegenüber ihren US-Pendants werden dann sehr schnell in den Fokus der Marktteilnehmer geraten

    Beispiel Spread: Kauf Eurostoxx-Future Juni, Verkauf S&P 500 Future Juni (Verhältnis 3,2 zu 1)

    3. EZB beendet QE bereits kurz nach der Italienwahl
    Mario Draghis Amtszeit als Präsident der EZB endet zwar erst im Oktober 2019 aber wie jeder Mensch unterliegt auch Mario Draghi gewissen Eitelkeiten. Für den EZB Präsidenten wäre es fraglos ein großer Erfolg, wenn er wie Yellen noch vor dem Ende seiner Amtszeit den Ausstieg aus QE schaffen würde. Der schon jetzt historische Satz „whatever it takes“ zur Verteidigung des Euros würde ergänzt werden, um einen zumindest oberflächlich erfolgten Ausstieg aus QE. Die Story wäre „nach außen rund“ – mit ungewöhnlichen, riskanten und unerprobten Maßnahmen wäre es die Präsidentschafts Draghis, die inmitten der schwersten europäischen Krise nicht nur den Euro gerettet hätte, sondern die auch „bewiesen“ hätte, dass ein geordneter Ausstieg aus QE möglich ist.
    Es erscheint uns daher durchaus wahrscheinlich, dass unterstützt durch einen positiven Ausgang der Italienwahl im Frühjahr 2018 und einer von uns erwarteten Euroschwäche zu Jahresbeginn (die inflationsfördernd wirken sollte) , Draghi die Chance nutzen wird, um die Zinswende schneller als aktuell propagiert einzuleiten.

    Insbesondere die europäischen Länder, die aktuell weiterhin Haushaltsdefizite ausweisen und entsprechend zusätzliche Bonds emittieren müssen, werden bei fehlenden EZB Käufen unter Druck geraten. Französische 10 Jahresanleihen weisen aktuell nur noch einen sehr kleinen Zinsspread zu deutschen Anleihen aus. Wir erwarten eine Ausweitung dieses Spreads in der zweiten Hälfte des ersten Halbjahres 2018 und einen generellen Aufwärtsdruck auf die Renditen französischer Staatsanleihen.

    4. Soft Commodities rücken 2018 in den Fokus

    Das Jahr 2017 hat im Rohstoffbereich insbesondere bei den wachstumssensiblen Rohstoffen wie Industriemetallen und Öl teilweise deutliche Aufwärtstrends gebracht. Soft Commodities sind historisch betrachtet Spätperformer in einem Rohstoffaufwärtszyklus.

    Wir sehen im Jahr 2018 insbesondere im Getreidebereich und bei Kaffee deutliche Chancen für spektakuläre Aufwärtsbewegungen.
    Bedingt durch volle Läger sind die Preisniveaus aktuell nachhaltig gedrückt, aber die Lagerbarkeit vieler Softs ist deutlich eingeschränkter als bei Industriemetallen oder gar Öl. Entsprechend können Wetterkapriolen die Situation sehr schnell ändern.
    Bei niedrigen Volatilitäten bieten Call Optionen insbesondere bei Mais und Kaffee im ersten Halbjahr gute Chancen.

    Beispiele:
    Kauf eines Juli 1,30 Kaffee Calls zu aktuell 6,3 Punkten
    Kauf eines Juli 3,70 Corn Calls zu aktuell 0,15 Punkten

    5. US-Einzelhandelsaktien schlagen die Kursperformance von Amazon
    Jahrelang war eine solche Spekulation ein Trade mit katastrophaler Performance. Seit November scheint sich die Situation nun aber zu verändern. Klassische Einzelhändler wie Target oder Macys beginnen die Amazon Aktie outzuperformen. Wal Mart Aktien gehörten bereits in 2017 zu den Gewinnern im Dow Jones schlechthin. Wir erwarten eine Fortsetzung dieses noch sehr jungen Trends im neuen Jahr.

    Der Grund hierfür ist nicht etwa ein Ende des Onlinehandels, sondern eine deutliche Verlangsamung des Trends „weg vom Einzelhändler vor Ort – hin zum Kauf über das Internet“. Bereits eine solche Trendverlangsamung dürfte aber am Markt dazu führen, die aktuellen Bewertungsniveaus nachhaltig zu überdenken. Die alle herkömmlichen Maßstäbe sprengende Amazon Bewertung lebt ganz entscheidend von dem deutlich zweistelligen Umsatzwachstum, welches aktuell noch beständig erreicht wird. Hinzu kommt die mittlerweile immense Marktkapitalisierung, die alleine schon für eine deutliche Verlangsamung des Kursanstiegs selbst im positivsten Marktumfeld sorgen wird. Auf der anderen Seite stehen Unternehmen die teilweise unterhalb ihres Substanzwertes notieren.

    Beispiele:
    Long Macys versus Short Amazon
    Long Target versus Short Amazon

Haben Ihnen unsere Anregungen gefallen? Dann merken sie sich die erste Januarwoche des neuen Jahres vor….dann folgt Teil 2 dieses Artikels.

Bei Fragen oder dem Wunsch unsere obigen Ideen professionell umsetzen zu lassen, nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf unter m.wilhelms@pp-am.de